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Dienstag, 17. Januar 2012

Links der Woche: Ablehnungsschreiben einer Literaturagentur und Tipps, wie man es richtig macht

Die Literaturagentin Christine Koschmieder sammelt auf ihrem Autorenschrittmacher-Blog Pfade durch den Buchmarkt-Dschungel Absagen an Autoren. Schon die Überschriften sind so aussagekräftig, dass ich zu den einzelnen Absagen verlinke. Bereits daran erkennen Sie, wie Sie es nicht machen sollten (gilt übrigens auch für Einreichungen bei Verlagen):

Ablehnungsgründe einer Literaturagentin. 1. Mangelnde Sorgfalt

Ablehnungsgründe einer Literaturagentin. 2. Unvollständige Autorenvita

Ablehnungsgründe einer Literaturagentin. 3. Schlechtes Timing

Ablehnungsgründe einer Literaturagentin. 4. Bereits von mehreren, ungenannten Verlagen abgelehnt

Ablehnungsgründe einer Literaturagentin. 5. Welches Schweinderl hätten's denn gern? Manuskripte im Bauchladen

Ablehnungsgründe einer Literaturagentin. 6. Agenturprofil ignoriert

Ablehnungsgründe einer Literaturagentin. 7. Im Ton vergriffen

[Abgelehnt] Hinweise zur Manuskripteinreichung missachtet

Abgelehnt: Aus Angst, keine Träne vergießen zu können

Abgelehnt: Im Genre-Karussell

Abgelehnt: Vorsicht mit der Etikettierung

Abgelehnt: Wilde Versprechungen

Abgelehnt: Dem Klischee auf den Leim gegangen

Christine Koschmieder gibt aber dankenswerterweise auch Tipps, wie Sie es richtig machen, so zum Verlagsanschreiben, zum Exposé, zur Autorenvita und vielem andere mehr. Stöbern Sie einfach mal in ihrem Blog.

Lesebefehl: Damit  Sie keine Einträge verpassen, können Sie sie auch per Mail abonnieren.

Anmerkung: *seufz* Auch wenn Sie alles gelesen und verinnerlicht, also Ihr Exposé, Anschreiben, Ihre
Autorenvita usw. dementsprechend optimiert haben, ist eine Annahme Ihres Manuskripts durch eine Agentur oder einen Verlag leider nicht garantiert. Die ist wohl doch manchmal von des Schicksals Mächten abhängig.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Exposé-Anforderungen (vom Gmeiner-Verlag)

Allgemeines
Das Exposé soll einen Überblick über das Manuskript geben. Es ist zwar für den Autor ein Aufwand dieses zu erstellen, schafft aber die Grundlage für eine Entscheidung einen Titel zu veröffentlichen und bietet gleichzeitig für die zukünftige Vermarktung wertvolle Informationen. Es soll aus der Sicht eines Dritten formuliert sein. Die einzelnen Fragen unterhalb der Überschriften sind zu ersetzen und sollen nur ein Anhalt für die darstellenden Punkte sein.

Im Gmeiner-Verlag werden bei den Krimis Titel mit Regionalbezug und Serienfiguren bevorzugt.

Aufbau
Arbeitstitel:
Der Gmeiner-Verlag verwendet Titel, die nur aus einem Wort bestehen, um markant am Markt wahrgenommen zu werden. Diese Titel können auch aus zusammengesetzten Worten bestehen, sollen jedoch möglichst kurz sein.
Erläuterung des Titels. Warum heißt das Buch so? Welchen Bezug zum Inhalt hat der Titel?
Alternativvorschlag für den Titel.

Thema (Idee):
Um welches Thema dreht sich der Krimi? (In einem Wort die Bezeichnung/Thematik unter dem der Krimi vermarktet werden kann, z.B. Medizinkrimi, Golferkrimi, Bikerkrimi, Weinkrimi, ...)
Um was für eine Art Krimi handelt es sich? Hintergrundinformationen, Recherche (z.B. evtl. in kurzen Sätzen, wie die Polizeiarbeit recherchiert wurde) Welche ähnlichen oder vergleichbaren Titel gab es oder gibt es am Markt?

Kurzinhalt (Werbetext):
Ca. 2-3 Absätze, wie sie auf der Buchrückseite bzw. Programmvorschau abgedruckt werden. Das Ende der Geschichte muss hier nicht offenbart werden, die Handlung sollte kurz und knackig umrissen werden. Sie soll Interesse wecken das Buch zu kaufen.

Inhalt:
Darstellung der gesamten Geschichte auf ca. 1 Seite. Das Ende der Geschichte sollte hier offenbart werden (Motiv, Täter, Auflösung)

Figurenbiographien:
Hauptfiguren (nur die 2–3 wichtigsten). Alter, Aussehen, Charakter. Wer sind die Protagonisten der Geschichte, wer ihre Gegenspieler, wer die Platzhalter und Randfiguren? Was treibt die Figuren an? Wie sehen sie aus, was wollen sie und wie erreichen sie es?

Seriencharakter:
Wie sind die Hauptfiguren für weitere Titel ausbaubar? Worin besteht ein möglicher Seriencharakter? Wie könnten weitere Geschichten aussehen?

Regionalbezug:
Handlungsort(e), besondere Bezüge und Schauplätze.

Zielgruppe/Marketing:
Wer soll mit diesem Buch besonders angesprochen werden? Warum soll er gerade dieses Buch kaufen? Mit welchen Argumenten kann der Titel im Buchhandel von anderen abgegrenzt werden? Womit kann er verglichen werden? Was sind die Hauptcharakteristika für diesen Titel? Gibt es schon in der gleichen Region Krimis? Welche? Von wem? Ist der wichtigste Buchhändler in der Region zu einer Buchvorstellung bereit?

Motivation:
Warum hat man dieses Buch geschrieben und kein anderes? Wie ist man auf die Idee zum Roman gekommen? Welche Verbindung besteht zwischen Autor und Geschichte? (Formulierung aus Sicht eines Dritten, nicht in der Ich-Form)

Autor:
In 2-3 Sätzen soll eine Kurzdarstellung zum Autor erfolgen. Insbesondere soll seine Befähigung oder Bezug zum Thema herausgestellt werden. Dies ist auch die Information für den Leser auf der Buchrückseite. (Formulierung aus Sicht eines Dritten, nicht in der Ich-Form)

Darüber hinaus soll der berufliche Werdegang, Geburtsjahr, -ort angegeben werden (=Kurzlebenslauf). Die bisherigen Veröffentlichungen sollten ebenfalls erwähnt werden.
Welche Erfahrungen bestehen bezüglich Lesungen? Welche Beziehungen bestehen zu Buchhandlungen? Welche Kontakte bestehen zur Presse? Sind Sie Mitglied in Autorenvereinigungen (z.B. Syndikat, Sisters in Crime)?

Manuskriptumfang:
Anzahl Tastenanschläge (Buchstaben mit Leerzeichen)
Unter Microsoft Word sind sie unter dem Menü Datei -> Eigenschaften -> Statistik einsehbar.
Anforderung sind ca. 350.000 – 450.000 Anschläge.

(Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Gmeiner-Verlags. Dort kommt man zum Kontaktformular für Autoren und solche, die es werden wollen. Die Mails gehen dann an den zuständigen Mitarbeiter im Lektorat)