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Dienstag, 8. Juli 2008

14 Fragen, die Sie sich vor der Verlagssuche stellen sollten


  • Was ist das Einmalige an meinem Werk? (Verkaufsargument)
  • Warum möchte ich überhaupt über das Thema schreiben und warum sollte gerade ich darüber schreiben? (Motivation, Verkaufsargument)
  • Warum soll gerade dieser Text veröffentlicht werden? (Verkaufsargument)
  • Ist das, was ich schreibe, wichtig? (Nutzen für die Zielgruppe)
  • Welchen Gewinn hat mein Leser durch mein Buch? (Nutzen für die Zielgruppe)
  • Weiß ich wirklich etwas Neues oder ist nicht alles schon gesagt? (Konkurrenz)
  • Weiß ich mehr als andere Autoren? (Verkaufsargument, Konkurrenz)
  • Worin unterscheidet sich mein Konzept von anderen Büchern zu dem Thema? (Konkurrenz)
  • Welche Bücher gibt es schon zu dem Thema (Konkurrenztitel)?
  • Wer wird das Buch kaufen und in welcher Situation wird er das Buch kaufen? (Zielgruppe und Käufermotivation)
  • Und natürlich, wie lang darf das Werk sein, was kann ich dem Leser zumuten?
    Fragen Sie sich vor allem, wie Sie Ihr Buch schreiben sollen. KIRST gibt einen guten Rat:
    »Von dem Menschen ist alles zu erwarten, so gut wie nichts ist in seinem Bereich undenkbar. Der Autor kann dabei Leidensgefährte, Beobachter oder Arzt sein – die Allmacht ist er nicht. Er beginnt also nicht gleich bei Nietzsche, und am sichersten bei Hemingway oder Fallada, das heißt: Tatsachen, Zustandsschilderungen, Aussagen, aber nicht Visionen, Vermutungen, Unterstellungen. Die Faustregel also: mache dich verständlich, sei lesbar! Und das auf eine Weise, daß dich ein Straßenkehrer versteht und ein Professor Genuß bei der gleichen Lektüre empfindet. Ich weiß, das ist ein Wunschtraum. Jedoch: ein schöner Wunschtraum. Es würde ein Autorenleben lohnend gemacht haben, wenn das jemals erreicht werden sollte.«
    (Zuzufügen wäre noch: Schreiben Sie so, dass der Leser Sie gern liest und sich nicht langweilt. Das bedeutet u. a. eine verständliche Sprache, nicht mit erhobenem Zeigefinger schreiben und als Sachbuchautor Spaß daran haben, Ihr Wissen weiterzugeben.)

    Wenn Sie alle Fragen beantwortet und sich Kirsts und meine Worte (und Schreibtipps) zu Herzen genommen haben, müssen Sie nur noch möglichst hundert potentielle Käufer suchen (in Ihrer Schreibgruppe, im Kirchen-, Landfrauen-, Verwandten- oder Freundeskreis, im Internet, bei Xing, in Ihrem Autorenverband, in der Ortsgruppe Ihrer Partei) und dann können Sie sich frohgemut an einen seriösen Verlag wenden.

    Kommentare:

    1. Wenn ich mir diese Fragen jedes Mal vor dem Schreiben stelle, dann komme ich nicht mehr zum Schreiben.

      Das manche dieser Fragen irgendwann beantwortet gehören, will ich nicht abstreiten. Aber vor dem eigentlichen Schreiben sind die meisten nicht nötig.

      Liebe Grüße

      Horst-Dieter Radke

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    2. Lieber Herr Radke,

      ich denke, der Titel des Eintrags war falsch. Er lautet nun: „14 Fragen, die Sie sich vor der Verlagssuche stellen sollten“. Denn die Verlage erwarten, dass das Exposé Fragen zur Motivation, zur Zielgruppe, zu Konkurrenztiteln usw. beantwortet. Ich habe den Eintrag dementsprechend geändert. Man könnte sogar noch mehr Fragen beantworten, zum Beispiel, wie man auf die Idee gekommen ist, das Buch zu schreiben.

      Liebe Grüße

      Jutta Miller-Waldner

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    3. Öhm... wie soll man das auf Romane anwenden? Klingt eher, als sei es für Sachbücher gedacht, oder?

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