Auch nicht also beginn, wie dereinst der cyklische Dichter:
»Priamos Trauergeschick und die rühmliche Fehde besing' ich.«
Was bringt Würdiges wohl so offenen Munds der Verheißer?
Kreisend dreht sich der Berg und – hervorkommt winzig ein Mäuslein.
Wie weit löblicher er, der nichts anhebet mit Unschick:
»Sage mir, Muse, vom Manne, der einst, als Troja zerstört war,
Vieler sterblichen Menschen Gebräuch' und Städte gesehen.«
Nicht uns Rauch aus Glanz, nein Glanz aus dem Rauche zu geben,
Trachtet er; daß er darauf hellstrahlende Wunder enthülle:
Scylla, samt den Cyklopen, Antiphates auch und Charybdis.
Nicht Diomeds Heimfahrt beginnt er vom Tod Meleagers,
Noch den trojanischen Krieg vom Zwillingseie der Leda.
Immer zum Ausgang eilet er fort und hinein in die Sachen,
Gleich als kennte sie jeder, zieht hin er den Hörenden; und was
Durch die Behandlung sich stäubt hervorzuglänzen, verläßt er.
Und so täuscht er mit Lug, so menget er Wahres und Falsches,
Daß zum Ersten die Mitte, zur Mitt' einstimme das Ende.
Quintus Horatius Flaccus
(In Horazens Brief an L. Calpurnius Piso und seine Söhne [Von der Dichtkunst (De arte poetica)]
Mehr dazu siehe http://juttas-schreibtipps.blogspot.com/search/label/%C3%9Cbers%20Beginnen
Sonntag, 20. Mai 2007
Sonntag, 6. Mai 2007
… und »Ich liebe dich« (Phrasen III)
Bing CROSBY bat einst den Lyriker Johnny BURKE, keine Lieder für ihn zu schreiben mit der Phrase »Ich liebe dich« … – »Aber warum denn?!«, höre ich Ihren Aufschrei, »wichtigere Worte gibt es doch nicht!« Sie haben ja Recht. Aber tausende Male sind genau diese Worte in tausenden von Büchern geschrieben worden. So oft, dass sie zur Phrase geworden sind. Denn kaum etwas ist schwieriger und auch heikler, als das Besondere, das Intime, das Unbeschreibliche zu schreiben. – Dorothea DIECKMANN meint allerdings in ihrem Aufsatz Gedanken über Ingeborg Bachmann, dass der Satz »durch seine universelle Konvertibilität ironischerweise fast schon wieder den Charme des >Haste mal ne Maak< erlangt hat« … –
»Die Worte sind unschuldig«, sagt Ingeborg BACHMANN. Aber wenn Worte nur nachgeplappert werden, weil man sie schon oft gelesen hat und sie das Ringen nach dem richtigen Ausdruck (wieder einmal) so vortrefflich ersparen, wenn das Unbeschreibliche verallgemeinert wird, zum Zitat, verlieren sie ihre Unschuld. Und deshalb muss man für solch intime Worte, die alles ausdrücken, Zärtlichkeit, Hoffen, Vertrauen, Hinterfragen und auch Angst vor der Reaktion des anderen nach Worten suchen, die nicht so abgenutzt sind. – Wohlgemerkt: das gilt für das Schreiben, nicht für das Sprechen! –
Vielleicht ist es aber nur Meistern wie TOLSTOI gegeben, die uralten Worte mit neuen Worten zu sagen:
»Ich wollte Sie schon lange etwas fragen« ...
»Fragen Sie, bitte!«
»Bitte sehen Sie her«, sagte er und schrieb folgende Anfangsbuchstaben: A, S, m, a: e, k, n, s, b, d, n, o, n, d? Diese Buchstaben bedeuteten: »Als Sie mir antworteten: es kann nicht sein, bedeutete das niemals oder nur damals?«
Es war höchst unwahrscheinlich, daß sie diesen langen Satz sollte verstehen können ... »Ich habe es verstanden«, sagte sie endlich errötend.
»Was ist das für ein Wort?« fragte er und zeigte das n, das niemals bedeutete.
»Dieses Wort heißt niemals«, antwortete sie.
»Aber dieses Wort sagt nicht die Wahrheit.« Er wischte das Geschriebene schnell weg, reichte ihr die Kreide und schrieb mit solcher Erregung, daß er die Kreide dabei zerbrach, die Anfangsbuchstaben folgender Sätze hin: »Ich habe nicht zu vergeben und zu vergessen; ich liebe Sie noch unverändert.«
Sie sah ihn mit regungslosem Lächeln an.
»Ich habe verstanden«, flüsterte sie.
Er setzte sich hin und schrieb einen langen Satz. Sie verstand alles, und ohne zu fragen, ob sie auch alles richtig aufgefaßt habe, nahm sie die Kreide und antwortete sofort.
Er konnte das, was sie geschrieben hatte, trotz längerer Bemühung nicht verstehen und blickte ihr oft in die Augen. Er war von seinem Glück ganz benommen und schlechterdings nicht imstande, für die Anfangsbuchstaben die Worte einzusetzen, die sie gemeint hatte; aber in ihren reizenden, glückstrahlenden Augen las er alles, was er zu wissen brauchte. Und nun schrieb er drei Buchstaben. Aber er hatte noch nicht zu Ende geschrieben, als sie schon das Geschriebene hinter seiner Hand las, es selbst zu Ende brachte und auch gleich die Antwort dazu schrieb: »Ja« ... (Krieg und Frieden)
Aber Sie sollten sich beim Suchen nach dem genialen, noch nie gehörten Ausdruck nun auch nicht krampfhaft bemühen, besonders originell zu sein oder eine bemüht poetische Sprache mit sinnlosen Metaphern zu benutzen. Laut Hartmut KASPER soll eine »Legende gehen«,
eines Tages sei ein verliebter Jungautor zu Lessing gekommen, in Not: Er wolle seiner Liebsten seine Liebe zunächst einmal brieflich anzeigen, das Ganze möglichst versifiziert; die Arbeit sei zunächst gut vorangekommen, ihre Brüste als Schneekugeln, deren Spitzen als Korallen, die Zähne als Edelsteine bezeichnet, auch ansonsten einiges kostbare Mineral zum Vergleich aufgefahren worden, dennoch, jetzt stocke es, irgendeine Würze fehle, das die Liebe ins Ohr trommelnde Wort, der Hit. Lessing, barocker Wortgewalt eher abgeneigt, nutzt die ratlose Pause und fragt nach: Was genau wollen Sie der Frau eigentlich sagen? Daß ich sie liebe, antwortet dieser, und ich ohne sie nicht länger leben mag. Dann, sagt Lessing, schreibt ihr genau das.
Nun ja, das galt für den persönlichen Brief des Jungautors. Sicher hätte LESSING dem guten Autor für das Schreiben solcher Worte in einem Roman, in dem es eben nicht um ein intimes Geständnis geht, auch einen passenden Rat geben.
»Die Worte sind unschuldig«, sagt Ingeborg BACHMANN. Aber wenn Worte nur nachgeplappert werden, weil man sie schon oft gelesen hat und sie das Ringen nach dem richtigen Ausdruck (wieder einmal) so vortrefflich ersparen, wenn das Unbeschreibliche verallgemeinert wird, zum Zitat, verlieren sie ihre Unschuld. Und deshalb muss man für solch intime Worte, die alles ausdrücken, Zärtlichkeit, Hoffen, Vertrauen, Hinterfragen und auch Angst vor der Reaktion des anderen nach Worten suchen, die nicht so abgenutzt sind. – Wohlgemerkt: das gilt für das Schreiben, nicht für das Sprechen! –
Vielleicht ist es aber nur Meistern wie TOLSTOI gegeben, die uralten Worte mit neuen Worten zu sagen:
»Ich wollte Sie schon lange etwas fragen« ...
»Fragen Sie, bitte!«
»Bitte sehen Sie her«, sagte er und schrieb folgende Anfangsbuchstaben: A, S, m, a: e, k, n, s, b, d, n, o, n, d? Diese Buchstaben bedeuteten: »Als Sie mir antworteten: es kann nicht sein, bedeutete das niemals oder nur damals?«
Es war höchst unwahrscheinlich, daß sie diesen langen Satz sollte verstehen können ... »Ich habe es verstanden«, sagte sie endlich errötend.
»Was ist das für ein Wort?« fragte er und zeigte das n, das niemals bedeutete.
»Dieses Wort heißt niemals«, antwortete sie.
»Aber dieses Wort sagt nicht die Wahrheit.« Er wischte das Geschriebene schnell weg, reichte ihr die Kreide und schrieb mit solcher Erregung, daß er die Kreide dabei zerbrach, die Anfangsbuchstaben folgender Sätze hin: »Ich habe nicht zu vergeben und zu vergessen; ich liebe Sie noch unverändert.«
Sie sah ihn mit regungslosem Lächeln an.
»Ich habe verstanden«, flüsterte sie.
Er setzte sich hin und schrieb einen langen Satz. Sie verstand alles, und ohne zu fragen, ob sie auch alles richtig aufgefaßt habe, nahm sie die Kreide und antwortete sofort.
Er konnte das, was sie geschrieben hatte, trotz längerer Bemühung nicht verstehen und blickte ihr oft in die Augen. Er war von seinem Glück ganz benommen und schlechterdings nicht imstande, für die Anfangsbuchstaben die Worte einzusetzen, die sie gemeint hatte; aber in ihren reizenden, glückstrahlenden Augen las er alles, was er zu wissen brauchte. Und nun schrieb er drei Buchstaben. Aber er hatte noch nicht zu Ende geschrieben, als sie schon das Geschriebene hinter seiner Hand las, es selbst zu Ende brachte und auch gleich die Antwort dazu schrieb: »Ja« ... (Krieg und Frieden)
Aber Sie sollten sich beim Suchen nach dem genialen, noch nie gehörten Ausdruck nun auch nicht krampfhaft bemühen, besonders originell zu sein oder eine bemüht poetische Sprache mit sinnlosen Metaphern zu benutzen. Laut Hartmut KASPER soll eine »Legende gehen«,
eines Tages sei ein verliebter Jungautor zu Lessing gekommen, in Not: Er wolle seiner Liebsten seine Liebe zunächst einmal brieflich anzeigen, das Ganze möglichst versifiziert; die Arbeit sei zunächst gut vorangekommen, ihre Brüste als Schneekugeln, deren Spitzen als Korallen, die Zähne als Edelsteine bezeichnet, auch ansonsten einiges kostbare Mineral zum Vergleich aufgefahren worden, dennoch, jetzt stocke es, irgendeine Würze fehle, das die Liebe ins Ohr trommelnde Wort, der Hit. Lessing, barocker Wortgewalt eher abgeneigt, nutzt die ratlose Pause und fragt nach: Was genau wollen Sie der Frau eigentlich sagen? Daß ich sie liebe, antwortet dieser, und ich ohne sie nicht länger leben mag. Dann, sagt Lessing, schreibt ihr genau das.
Nun ja, das galt für den persönlichen Brief des Jungautors. Sicher hätte LESSING dem guten Autor für das Schreiben solcher Worte in einem Roman, in dem es eben nicht um ein intimes Geständnis geht, auch einen passenden Rat geben.
Mittwoch, 2. Mai 2007
Über Augen … (Phrasen II)
Was heißt eigentlich »kalte Augen«? Gib das einmal genau wieder. – Nichts ist schon von vornherein lebendig, verfügbar zur Beschreibung: nicht das Vogelgeräusch draußen, nicht das Raunen des Verkehrs, nicht das Klopfen des Zugs über die Schwellen. Erfinde einen Satz dafür, Sätze, wo das alles erst auflebt; d. h., verlaß dich auf keine Kraft eines Wortes für sich allein: Nichts ist poetisch verfügbar - du mußt es erst wiedererwecken durch Denken als Platzanweisung; Platzanweiserschriftsteller. (HANDKE)
Aus dem braun gebrannten männlichen Antlitz lachen blaue Augen – viel zu oft werden die blauen Augen besungen (und was ist ein männliches Antlitz und warum lachen oder blitzen Augen so oft in Texten?)! Suchen Sie nach unverbrauchten Ausdrücken wie Augen so blau wie Fjorde in Norwegen oder Augen so blau wie eine Gasflamme. Versinken Sie nicht auch lieber in Augen wie flüssige Schokolade oder »Augen so braun wie gebürstetes Fell auf goldenem Grund« (UPDIKE) statt in den ebenso oft besungenen braunen Augen? Und vergessen Sie die strahlenden Augen (das strahlende Lächeln, die strahlendweißen Wolken)! Nur Sonnen und radioaktive Elemente strahlen. Das Wort strahlen hat eine derart negative Bedeutung bekommen, dass ich Sie inständig bitte: Vergessen Sie es! Suchen Sie für Manuel strahlte Sandra an (was angenehm für die Protagonistin ist, literarisch jedoch wertlos) Wörter, die noch niemand gesagt hat. Warum staunen Kinder und naive jungen Frauen immer mit großen Augen, und warum schauen intelligente Menschen mit offenen Augen in die Welt? Die großen Kinderaugen aus welchem Grund auch immer sind dermaßen klischeehaft, dass sie kaum noch zu überbieten sind. (Ein Tipp: Falls Ihnen partout kein besserer Ausdruck für eine Phrase einfällt, dann betonen Sie das wie Yoyce Carol OATES in Bellefleur: »Irma Steadman, ihre Freundin, in dem langen Hochzeitsgewand mit den Falbeln aus spanischer Spitze und dem Schleier …, ihr liebes Gesicht leuchtend (ein andere Wort gab es nicht dafür) …«
In der seriösen Tageszeitung (und nicht in der Regenbogenpresse), aus der ich öfter zitiere, musste ich in einem Beitrag über Krebs unter der Rubrik Forschung(!) lesen: »Mit seinen tiefbraunen Augen mustert der Arzt ein Röntgenbild. Dann legt der charmant wirkende Mann mit den kurzen Haaren das Bild zur Seite.« Wie schön. (Abgesehen von der kitschigen und in dem Zusammenhang überflüssigen Beschreibung des Herrn Doktors: Soviel ich weiß, kann man noch nicht mit fremden Augen sehen.) In einem anderen Artikel hat ein Unternehmer »kleine lustige Augen« (diese Journalistin mag offensichtlich die »kleinen Augen« – liest man solche Ausdrücke, weiß man wenigstens sofort, wer das geschrieben hat), und »die Krawatte hüpft auf dem Bauch«, als er lacht. Eine Lehrerin »trägt eine modische, dreiviertellange Hose, ein rotes T-Shirt, hat wache, sehr bewegliche Augen.« (Sie sollen wohl einen Gegensatz zu den starren Augen darstellen, mit denen Bösewichter beschrieben werden. Doch was heißt »sehr beweglich«, kullern sie, hüpfen sie? Und warum sehr – siehe meinen Exkurs über »Sehr« auf http://tinyurl.com/nfug7?) Noch klischeehafter kann man diese armen Menschen nicht beschreiben. Ich fand auch den Satz »Er hatte blaue Augen und war arglos« – wie schön, nur: was haben die blauen Augen mit arglos zu tun*? Natürlich dürfen auch die »braunen Augen mit den kleinen Fältchen« nicht fehlen.
*Das ist wie: Hans war Polizist und von kleinem Wuchs; Franz hat im Lotto gewonnen und Hunger; Ute hat schlechte Laune und ein Minus auf dem Konto. Oft werden Hilfsverben überfrachtet. Desshalb sollte man sie immer durch ausdrucksstarke Wörter ersetzen.
Das Problem liegt hier im Hilfszeitwort "sein", das überfrachtet wird ("Er ist Lehrer und von hoher Statur").
Aus dem braun gebrannten männlichen Antlitz lachen blaue Augen – viel zu oft werden die blauen Augen besungen (und was ist ein männliches Antlitz und warum lachen oder blitzen Augen so oft in Texten?)! Suchen Sie nach unverbrauchten Ausdrücken wie Augen so blau wie Fjorde in Norwegen oder Augen so blau wie eine Gasflamme. Versinken Sie nicht auch lieber in Augen wie flüssige Schokolade oder »Augen so braun wie gebürstetes Fell auf goldenem Grund« (UPDIKE) statt in den ebenso oft besungenen braunen Augen? Und vergessen Sie die strahlenden Augen (das strahlende Lächeln, die strahlendweißen Wolken)! Nur Sonnen und radioaktive Elemente strahlen. Das Wort strahlen hat eine derart negative Bedeutung bekommen, dass ich Sie inständig bitte: Vergessen Sie es! Suchen Sie für Manuel strahlte Sandra an (was angenehm für die Protagonistin ist, literarisch jedoch wertlos) Wörter, die noch niemand gesagt hat. Warum staunen Kinder und naive jungen Frauen immer mit großen Augen, und warum schauen intelligente Menschen mit offenen Augen in die Welt? Die großen Kinderaugen aus welchem Grund auch immer sind dermaßen klischeehaft, dass sie kaum noch zu überbieten sind. (Ein Tipp: Falls Ihnen partout kein besserer Ausdruck für eine Phrase einfällt, dann betonen Sie das wie Yoyce Carol OATES in Bellefleur: »Irma Steadman, ihre Freundin, in dem langen Hochzeitsgewand mit den Falbeln aus spanischer Spitze und dem Schleier …, ihr liebes Gesicht leuchtend (ein andere Wort gab es nicht dafür) …«
In der seriösen Tageszeitung (und nicht in der Regenbogenpresse), aus der ich öfter zitiere, musste ich in einem Beitrag über Krebs unter der Rubrik Forschung(!) lesen: »Mit seinen tiefbraunen Augen mustert der Arzt ein Röntgenbild. Dann legt der charmant wirkende Mann mit den kurzen Haaren das Bild zur Seite.« Wie schön. (Abgesehen von der kitschigen und in dem Zusammenhang überflüssigen Beschreibung des Herrn Doktors: Soviel ich weiß, kann man noch nicht mit fremden Augen sehen.) In einem anderen Artikel hat ein Unternehmer »kleine lustige Augen« (diese Journalistin mag offensichtlich die »kleinen Augen« – liest man solche Ausdrücke, weiß man wenigstens sofort, wer das geschrieben hat), und »die Krawatte hüpft auf dem Bauch«, als er lacht. Eine Lehrerin »trägt eine modische, dreiviertellange Hose, ein rotes T-Shirt, hat wache, sehr bewegliche Augen.« (Sie sollen wohl einen Gegensatz zu den starren Augen darstellen, mit denen Bösewichter beschrieben werden. Doch was heißt »sehr beweglich«, kullern sie, hüpfen sie? Und warum sehr – siehe meinen Exkurs über »Sehr« auf http://tinyurl.com/nfug7?) Noch klischeehafter kann man diese armen Menschen nicht beschreiben. Ich fand auch den Satz »Er hatte blaue Augen und war arglos« – wie schön, nur: was haben die blauen Augen mit arglos zu tun*? Natürlich dürfen auch die »braunen Augen mit den kleinen Fältchen« nicht fehlen.
*Das ist wie: Hans war Polizist und von kleinem Wuchs; Franz hat im Lotto gewonnen und Hunger; Ute hat schlechte Laune und ein Minus auf dem Konto. Oft werden Hilfsverben überfrachtet. Desshalb sollte man sie immer durch ausdrucksstarke Wörter ersetzen.
Das Problem liegt hier im Hilfszeitwort "sein", das überfrachtet wird ("Er ist Lehrer und von hoher Statur").
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