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Freitag, 17. August 2012

Fundstück der Woche: Wilhelm Raabe und die Punkte + einige Anmerkungen zu Ausrufezeichen


Dass man mit Satzzeichen sparsam umgehen soll, wissen Sie sicher. Mehr als ein Ausrufezeichen (auch Ausrufungszeichen, Rufzeichen (österr.) oder Ausrufzeichen (schweiz.) wirkt wie ein Superlativ, nämlich übertrieben. Man lese dazu auf Stupidedia:
Auch ist das ! ein Rudeltier, welches man häufig in Gesellschaft von ? und 1 auffinden kann. Für Gewöhnlich besteht ein Rudel aus !!, !!! oder auch aus !?!?! und !?!?!!!. Besonders gerne tummeln sich diese Rudel hinter Sätzen, die von Frauen während ihrer menstruellen Phase und Kindern geschrieben werden (meistens sogenannte "WoW-Kiddies" [= Wunderbare obercoole Welt-Kinder], um diesen das "gewisse Etwas" zu verleihen (welches jedoch sehr oft unerkannt bleibt oder gar ignoriert wird).
Freundlicherweise bietet Stupidedia auch eine Anleitung, wie man das Zeichen schreibt:
Das Ausrufezeichen ("!") besteht aus einem Strich und einem Punkt. Man könnte sogar sagen, dass es aus einem Punkt und einem Strich besteht. Erstens könnten Leser danach bei einem Versuch, das Ausrufezeichen zu zeichnen, die Reihenfolge vertauschen - Zweitens wäre es total schwachsinnig, das nicht zu erwähnen.

Der Strich und der Punkt werden wie folgt angebracht: Zunächst wird der Strich gezeichnet, der in etwa so lang sein sollte, wie die übrigen Buchstaben des Satzes. Wichtig ist außerdem, dass der Strich senkrecht gezeichnet wird, da ein Ausrufezeichen mit einem waagerechten oder schrägen Strich ja total doof aussähe.

Folgende Kleinigkeit muss zudem beachtet werden: Der Strich sollte etwas kürzer sein als die übrigen Buchstaben und Zeichen, um im unteren Bereich der Zeile Platz für den Punkt zu lassen. Dies bringt uns auch direkt zum zweiten Schritt zum Zeichnen eines Ausrufezeichens: Der Punkt wird unter dem senkrechten Strich angebracht, möglichst zentral und mit viel Gefühl (ergo: nichts für nonverbale Grobmotoriker).
Selbst die von mir heiß geliebten drei Punkte … sollte man möglichst nur als Auslassungszeichen verwenden. Und dennoch kann eine Überfülle an Zeichen mehr sagen als tausend Worte, so wie bei diesem Ausschnitt aus Wilhelm Raabes Der Dräumling auf S. 365:
Leider kenne ich das Originalmanuskript nicht, denn vielleicht war es auch nur der Drucker, der die Pünktchen setzte. In einer anderen Ausgabe fand ich auf S. 9 diese Version, die mir aber viel weniger gefällt (nach weiteren Versionen habe ich nicht mehr gesucht, schließlich möchte ich ja noch mehr Beiträge schreiben – normalerweise hätte ich jetzt die Pünktchen gesetzt, aber das verkneife ich mir lieber):

Auf jeden Fall sollte so etwas möglichst nur Könnern wie Wilhelm Raabe vorbehalten sein, und wenn, sollte man es überaus sparsam verwenden, sonst wirkt der Text maniriert, also künstlich, affektiert, gestelzt (oder suchen Sie sich hier das passende Synonym aus http://synonyme.woxikon.de/synonyme/manieriert.php

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