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Samstag, 25. Juli 2009

Merksätze zum Feilen


Feilen? Ich bin doch kein Metallwerker, ich bin Schriftsteller! (unbekannt)

Wat jestrichen is, kann nich durchfalln. (Otto Brahm, nach Tucholsky)
  • Kein Manuskript ist auf Anhieb perfekt.
  • Lassen Sie Ihren Text eine Zeit lang liegen.
  • Literatur bedeutet auch Streichen, auf das Wesentliche verdichten.
  • Feilen bedeutet auch, sich noch einmal auseinanderzusetzen mit den schwachen Teilen, den wohlgeformten, ungenauen Worten, den umständlich formulierten Sätzen. 
  • Ihre Worte sind nicht in Stein gemeißelt, lassen Sie jedes Wort um seine Berechtigung kämpfen. 
  • Jedes Wort, jedes Bild, müssen sich darauf abklopfen lassen, ob sie richtig, notwendig und klar sind.
  • Prüfen Sie jeden Satz. Was sagt er? Wie klingt er? Wie klingt er in Bezug auf den vorhergehenden und den nachfolgenden? Ist er überhaupt notwendig?
  • Lösen Sie alle Bandwurm- und Schachtelsätze auf.
  • Streichen Sie alle überflüssigen Wörter, Sätze und Absätze.
  • Prüfen Sie Ihren Text auf Wiederholungen, wenn sie nicht als Stilmittel gedacht sind, aber auch auf Redundanzen und das Wiederholen von Inhalten, die der Leser bereits aus vorangegangenen Szenen oder Kapiteln kennt. 
  • Prüfen Sie, ob Sie Ihre Figuren richtig gezeichnet haben. 
  • Prüfen Sie, ob Sie das, was Sie sagen wollten, für den Leser verständlich geschrieben haben, wenn nicht, überlegen Sie, wie Sie sich besser ausdrücken oder wie Sie das einfacher sagen könnten.
  • Wenn Sie unsicher sind, ob Sie ein Wort, einen Satz oder Absatz streichen sollen – verlassen Sie sich auf Ihr Gefühl und streichen Sie.
  • Prüfen Sie nach dem Kürzen, ob jede Figur weiterhin wichtig für den Text ist.
  • Suchen Sie nach sachlichen oder inhaltlichen Fehlern. 
  • Wenn Sie Ihr Text nach dem Überarbeiten länger ist als vorher, haben Sie etwas falsch gemacht.
  • Eine (seltene) Gefahr besteht jedoch: dass Sie zu viel streichen und dadurch den Leser verwirren oder verständnislos zurücklassen.
  • Meißeln und feilen Sie an Ihrem Text nicht so lange, bis vor lauter Polierstaub vom Werk kaum etwas übrig bleibt, das den Leser fesseln könnte
  • Vergleichen Sie das, was Sie geschrieben haben, mit dem, was Sie schreiben wollten.
  • Je leichter sich ein Text liest, um so mehr Mühe hat sich der Autor mit ihm gegeben.
  • Ihr Werk ist fertig, wenn Sie nicht einen Satz daraus entfernen können, ohne ihm zu schaden.
  • Betrachten Sie Ihr Werk eines Tages als abgeschlossen.

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