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Samstag, 15. Juli 2006

Keine Regel ohne Ausnahme

Natürlich gibt es auch Ausnahmen: Füllwörter und Füllwendungen sind ein Stilmittel, um eine Figur ironisch zu charakterisieren.

Ein Füllwort kann auch eine andere Aufgabe übernehmen. Das verpönte vollends zum Beispiel kann den Abschluss eines Vorganges andeuten: Der Bundeskanzler trat vollends aus dem Schatten seines Vorgängers heraus. Der Satz stimmt auch ohne das Füllwort, hier bedeutet er jedoch, dass es dem Politiker, nachdem er es lange Zeit vergebens versucht hatte, endlich gelungen ist.

Anfangs mag es Ihnen schwer fallen, Füllwörter zu streichen. Beim nächsten Feilen werden Sie sie jedoch nicht mehr vermissen – oder sogar wieder einbauen. Denn: sparsam angewandt geben sie einem Text die Würze, die er braucht, um nicht eintönig zu wirken. Auch hier gilt: Im Einerseits – Andererseits liegt die Wirkung (wobei einerseits zehn Prozent beträgt und andererseits neunzig).

Ein Tipp: Streichen Sie die Füllwörter und bauen Sie sie, wenn der Text dadurch stilistisch besser wirkt, später wieder ein.

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